1. Juni 2025

Verdeckte Gewinnausschüttung – was ist das?

Was wird unter dem Begriff «verdeckte Gewinnausschüttung» verstanden und was sind daraus resultierende Steuerfolgen? Wir klären auf.

Verdeckte Gewinnausschüttungen sind geldwerte Leistungen eines Unternehmens an seine Eigentümer/Aktionäre oder an nahestehende Dritte, die in einem offensichtlichen Missverhältnis zur Gegenleistung stehen. Im Gegensatz zur «offenen» Gewinnausschüttung, also zur Dividende, wird sie nicht zulasten des Gewinns oder der Reserven verbucht, sondern «verdeckt» als vertragliche Leistung.

Eine verdeckte Gewinnausschüttung weist drei wesentliche Merkmale auf:

  1. Sie ist eine Leistung des Unternehmens an die Aktionäre oder an Nahestehende.
  2. Es wird keine oder keine angemessene Gegenleistung erbracht.
  3. Die Leistung würde einer unabhängigen Drittperson nicht erbracht.


Eine verdeckte Gewinnausschüttung belastet die Erfolgsrechnung und das Unternehmen weist einen zu tiefen Gewinn aus. Dies wirkt steuersparend.

Wird eine verdeckte Gewinnausschüttung aufgedeckt, führt sie zu Steuerfolgen:

  1. Aufgrund des reduzierten Gewinns erfolgt eine Aufrechnung auf die Gewinnsteuer beim Unternehmen.
  2. Aufgrund der reduzierten Gewinnausschüttung entsteht beim Unternehmen die Verrechnungssteuer.
  3. Aufgrund des zugeflossenen Gewinns wird beim Aktionär die Einkommenssteuer fällig. Das Steueramt wird die verdeckte Gewinnausschüttung wie eine Dividende behandeln. Unter gewissen Umständen kann die Verrechnungssteuer zurückgefordert werden, diese kann aber auch verwirken.

Verdeckte Gewinnausschüttungen können unter Umständen auch steuerstrafrechtliche Folgen haben.

Unternehmen und ihre Eigentümer sollten deshalb bei Leistungen an Anteilshaber und Nahestehende überprüfen, ob das Risiko einer verdeckten Gewinnausschüttung besteht.

← Zurück